Sackgasse: Die Bigwallroute gleich hinter Thun an der Moosflue
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Als Moosflue wird die Felswand bezeichnet, die 7 km nördlich von Thun einen Arm der Stockhornkette gegen das Stockental hin abschliesst. Anfangs Siebzigerjahren wurde die logische Linie als "Weg des Sonnenaufgangs" als A3-Route von den cracks der Bergfalken erstbegangen und galt anschliessend für eine gewisse Zeit als Testpiece (Route 269 im Berner Voralpenführer 1997, genauere Beschreibung in der Ausgabe 1981 von Maurice Brandt ). Die Route begeht die Wand durch ihren zentralen Wandteil zu höchsten Punkt, besonders die obersten Seillängen locken. Der rechte Wandteil besteht aus ziemlich geschlossenen Platten, die nach dem Einstiegsüberhang senkrecht nach oben ziehen, ohne aber oben in einem Punkt zusammenzulaufen, es folgen Bänder, später steiler Wald. Bild: Die Sackgasse ist rechts, der Weg des Sonnenaufgangs links eingezeichnet. |
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Je nach Beleuchtung, eigenem Empfinden und der Qualität der Optik schien die Wand für mich unmöglich oder knapp frei kletterbar zu sein, wenn die Rissspuren nicht nur Spuren sind, wenn es an den risslosen Stellen Tropflöcher hat. aber es hat ja keine Ueberhänge, wo soll das Wasser runtertropfen? Nur ein Versuch konnte Klarheit schaffen.Als Versuch eine frei kletterbare Linie einzurichten gedacht, startete ich mit Guido Köhler im Sommer 2000. Ausgerüstet mit Bohrmaschine und dem nötigen Karsumpel gestaltete sich schon die erste Länge als schwierig einzurichten, ohne sich hochzubohren , spätestens in der zweiten Länge war fertig mit Freiklettern. Was folgte sah sehr schwer aus und für mich unmöglich zu bolten. Einfach hochbohren? Da gehe ich lieber zu TOPROPE arbeiten. |
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Die Linie schien gestorben, wir bauten die Seile ab und vergassen das Ganze doch nicht ganz. Es sollte allerdings eine ganze Weile dauern, bis Dan Markle dem Projekt neues Leben einhauchte. Dan schlug vor, die Linie als Technoroute weiterzuverfolgen . Dabei würden wir alle Tricks aus seiner grossen Kiste anwenden und nach Bedarf von Hand Bohrhaken zur Fortbewegung und Sicherung schlagen. So konnten wir der Linie einige weitere Seillängen hinzufügen. Am Abend seilten wir jeweils ab, übernachteten zu Hause und jümarten morgens zum Umkehrpunkt. Die Kletterei ist abwechslungsreich an Klemmkeilen, Cams, Normalhaken (vor allem abgesägte lost arrow und angles, auch schmale Messerhaken) 2-3 Copperheads, Bohrhaken M8 und vielen künstlichen Cliffplacements. Leider spielte Ende Sommer Dans Schulter nicht mehr mit und er musste aussteigen. |
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Mit ziemlich mulmigem Gefühl stieg ich mit Tom Hofmann im darauffolgenden Frühjahr an den wintergeprüften Fixseilen nach zu Umkehrpunkt. Keines hatte Schaden genommen. Wir kletterten im bekannten Stil 3 Seillängen weiter, wobei sich die drilled hooks häuften (da arbeite ich lieber für die Konkurrenz.). Im Spätherbst 2002 standen wir vor einer Platte und hatten die Wahl, fast alle Placements zu bohren und die Seile einen weiteren Winter hängen zu lassen, oder abzubauen. Wir bauten ab. So kam die Sackgasse bis heute zu keiner vollständigen Begehung, führt aber lohnend ins Niemandsland. Sie ist alleweil eine Begehung wert. Wer Bedenken wegen der M8 bolts hat, dem sei versichert, das jede WiederholerIn frei ist, die heute steckenden bolts durch etwas Fetteres in Chromstahl zu ersetzen. Vielleicht ist die "Sackgasse" nur vorübergehender Natur. Wenn jemand die Musse hat, an ihr weiterzuarbeiten, so dürfen sie dies gerne tun. |
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Lage: 612 000/172 000 Blatt Thun 1207. Die Wand kann von der Strasse Reutigen Niederstocken gut eingesehen werden Zustieg: Auf linker Seite vom Steinbruch auf einwachsenden Serpentinen hoch. Ueber Blöcke und durch Tannenjungwuchs nach links in Wald. Gerade hoch und unter Felsstufe nach rechts zum Einsteig queren. Der Einsteig befindet sich bei der Schuppe mit Feuerstelle. Weiter rechts finden sich auch noch vereinzelte Bohrhaken (Nyffenegger ??). |
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Route: 8 SL A1 bis A3?. Senkrechter geschlossener Kalk mit stumpfen Rissen, kaum Gras, kaum lose Stellen. Steinschlag kann nicht ausgeschlossen werden (Gemsen im Wald, Regen). Einzelne Stellen können lange nass bleiben. Keine ausgesprochenen Hängestände, die Bänder sind allerdings schmal. Rückzug über die Route, teilweise mit Pendlern. Geschätzter Zeitbedarf für Wiederhohler: 2 Tage. Verlauf siehe Foto. Bemerkungen: Trotz aller Abstriche bleibt die Sackgasse eine geile Route vor der Haustür und kann empfohlen werden. Wer geht obenaus? |
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