Gourrama: Einsame Klasseroute an der hinteren Spillgerte


Im Sommer 2005 wiederholten Res Leibundgut und Christoph Mauerhofer eine von Guido Köhler und CM vor einiger Zeit erstbegangene Linie in der Südwand des Grimmigrates. Als Grimmigrat wird der NE-Grat der Hinteren Spillerte im Diemtigtal bezeichnet.

Der Routenname spielt auf ein Buch von Fritz Glauser aus der Fremdenlegion an (wenig Wasser, schwere Säcke, stechende Sonne, Halluzinationen.)

Die Route bietet eine recht kurze, aber sehr schöne Kletterei in gutem Fels. Bei der Wiederholung ersetzten wir die Abseilstellen und bohrten einen Haken nach, so dass für eine Wiederholung ein 50 m Doppelseil und Expressschlingen, davon einige lange, ausreichen. Zwei Stellen widersetzten sich unseren Rotpunktversuchen und dürften schwerer als 7a sein.

Res Leibundgut steigt die fantastische vierte Seillänge nach.

Die Kletterei verläuft in einer nach SE exponierten Wand und liegt am Nachmittag im Schatten.Der Ausstieg auf den Grimmigrat bietet ein Gipfelerlebnis.

Route: Alle Standplätze und Zwischensicherungen sind mit Bohrhaken M10 ausgerüstet. Für Wiederholer reichen Expressschlingen und ein 50 m Doppelseil. Schwierigkeiten: 6b+, A0. Eine freie Begehung steht noch aus.

Rechts der Gourrama nahmen wir noch eine neue Linie unter den Meissel, die noch auf eine Fortsetzung wartet. Offenbar sind noch anderer Bohrer an dieser Wand aktiv, einige Bohrhaken und ein von den Gemsen völlig zerkautes Seil im Biwak zeugen davon. Wer weiss mehr?
Zustieg: von der Grimmialp im Diemtigtal durch das Wildgrimmital in 2-3 Std. zu Einstieg. Am Einsteig kann biwakiert werden, allerdings wir spät im Jahr der Wassermangel zu einem Problem (Gourrama). Im Sommer sollten im Wildgrimmital und in der Senke unterhalb der Wand genügend Schnee liegen. Letzte garantierte Wasserstelle liegt beim Berghaus Wildgrimmi. Die Route kann auch in einem Tag von der Grimmialp aus geklettert werden.
 

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